Peter Dipoli Sauvignon Blanc Voglar 2018, Südtirol – FNWNS

Peter Dipoli Voglar: Jahrgänge im Vergleich – 2018 & 2021

Der Voglar von Peter Dipoli gehört zu den prägenden Sauvignon Blancs Südtirols – ein Wein, der bewiesen hat, dass großer Sauvignon nicht nur jung getrunken werden muss. Bei FNWNS führen wir aktuell zwei Jahrgänge: den jugendlichen 2021er und den gereiften 2018er. Welcher passt zu wem?

Wer ist Peter Dipoli?

Peter Dipoli ist einer der eigenwilligsten Winzer Südtirols: kompromisslos im Weinberg, geduldig im Keller. Seine Weine kommen erst auf den Markt, wenn sie so weit sind – nicht, wenn der Kalender es verlangt. Gegründet hat er sein Weingut 1987, als er einen drei Hektar großen Weinberg in Penon oberhalb von Kurtatsch erwarb, der damals noch mit Vernatsch bestockt war. Der Sitz des Guts liegt in Neumarkt.

Der Voglar – Sauvignon aus der Höhe

Der Voglar wächst auf steilen Terrassen bei Penon oberhalb von Kurtatsch, auf 350 bis 600 Metern Höhe, auf Kalk- und Dolomitböden. Statt lauter Stachelbeer-Frucht liefert er Mineralität, Würze und Vielschichtigkeit – ein Sauvignon, der eher an große Weißweine aus dem Burgund erinnert als an Neuseeland.

Das Geheimnis: Akazienfass und späte Lese

Zwei Entscheidungen prägen diesen Wein mehr als alles andere. Erstens die späte Lese: Dipoli erntet bewusst reifer als üblich, weshalb der Voglar kaum grün-grasige Töne zeigt. Zweitens der Ausbau im Akazienfass – und das ist eine echte Rarität.

Akazienholz verhält sich anders als Eiche: Es gibt kaum Röst- oder Vanillearomen ab und überdeckt die Frucht nicht. Was es dem Wein gibt, ist Textur – eine gewisse Cremigkeit und Tiefe am Gaumen, ohne dass der Wein nach Holz schmeckt. Gleichzeitig bewahrt es die Frische und Säure besser als Eichenholz. Genau deshalb wirkt der Voglar so vielschichtig, obwohl man kein Fass herausspürt.

Der amerikanische Weinführer Vinous hebt genau das hervor: Der Voglar setze auf Textur und Frucht statt auf die typisch grünen Sauvignon-Aromen. Und er sei ein Wein, der bereits bei Erscheinen überzeugt und dennoch über ein Jahrzehnt hinweg gewinnt. Als Beleg verweist Vinous auf Jahrgänge wie 1993, 1994 und besonders 1995.

Voglar 2021 vs. Voglar 2018

Der Voglar 2021 zeigt die frische Seite: straff, mineralisch, mit Zug und Spannung – ideal, wer den Wein über Jahre begleiten will. Der Voglar 2018 aus unserem Weinarchiv ist genau dort angekommen, wo dieser Wein hin will: vielschichtig, tief, mit reifer Frucht und rauchiger Würze. Beim Winzer ist dieser Jahrgang längst vergriffen.

Was die Kritiker sagen – und was das über die Jahrgänge verrät

Interessant wird es, wenn man zwei aufeinanderfolgende Jahrgänge nebeneinanderlegt. Der unabhängige Weinführer wein.plus bewertete den Voglar 2017 mit 91 von 100 Punkten – in dieser Skala die Stufe „hervorragend“ – und gab eine Trinkempfehlung bis 2026+. Den Voglar 2018 verkostete Eric Guido für Vinous und vergab 94 Punkte mit einem Trinkfenster von 2022 bis 2030.

Der Punkteunterschied sagt dabei weniger über Qualität als über Stil aus. 2017 war in Südtirol ein kühler geprägter Jahrgang, und genau so liest sich die Beschreibung: herb und pflanzlich, mit heller Gelbfrucht, floralen Tönen und kreidig-salziger Mineralik, dazu eine feine, lebendige Säure. Ein Wein, der Spannung über Fläche stellt.

2018 dagegen war deutlich wärmer – und der Wein zeigt es: rauchige Würze, getrocknete Kräuter und junger Pfirsich, getragen von einer trotzdem straffen Struktur und belebender Zitrusspannung. Vinous hält ausdrücklich fest, dass Dipolis Stil trotz des warmen Jahrgangs außergewöhnlich gut funktioniert hat.

Bemerkenswert ist dabei, was gleich bleibt. Beide Kritiker heben unabhängig voneinander dieselbe Eigenschaft hervor: die straffe, spannungsgeladene Struktur. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis derselben Handschrift – gleiche Lage, gleiche späte Lese, gleicher Ausbau im Akazienfass. Was sich ändert, ist allein der Jahrgang. Wer beide Weine nebeneinander probiert, schmeckt deshalb sehr genau, was ein kühles und was ein warmes Jahr aus derselben Lage macht.

Hinweis: Der Jahrgang 2017 gehört nicht zu unserem Sortiment – wir führen den 2018er und den 2021er. Die Gegenüberstellung dient der Einordnung.

Für Rotwein-Fans: Iugum

Dipolis zweites Aushängeschild ist die Merlot-Cabernet-Cuvée Iugum aus Margreid: der dichte, lagerfähige Iugum 2019 – und als echte Rarität der gereifte Iugum 2010.

Häufige Fragen

Wo kann ich Peter Dipoli Weine in Deutschland kaufen?

Bei FNWNS: Wir führen Voglar und Iugum in mehreren Jahrgängen – inklusive gereifter Flaschen – und liefern versandkostenfrei innerhalb Deutschlands.

In welchem Fass wird der Voglar ausgebaut?

Im Akazienfass. Akazienholz gibt im Gegensatz zu Eiche kaum Röst- und Vanillearomen ab, bewahrt Frische und Säure und verleiht dem Wein dennoch Textur und Tiefe. Man schmeckt also kein Holz, spürt es aber in der Struktur.

Wie lange kann man den Voglar lagern?

Problemlos acht bis zehn Jahre und mehr – der Voglar gehört zu den langlebigsten Sauvignons Italiens. Vinous gibt für den 2018er ein Trinkfenster bis 2030 an.

Wie wurde der Voglar von Kritikern bewertet?

Den Jahrgang 2018 bewertete Eric Guido für Vinous mit 94 Punkten (Trinkfenster 2022–2030), der Vorgängerjahrgang 2017 kam bei wein.plus auf 91 Punkte mit Trinkempfehlung bis 2026+. Beide Bewertungen liegen im Bereich „hervorragend“ und spiegeln vor allem den unterschiedlichen Jahrgangscharakter wider.

Wozu passt der Voglar?

Zu Fisch und Krustentieren, Spargel, reifem Bergkäse – der gereifte Jahrgang auch zu hellem Fleisch und cremigen Saucen.

Was unterscheidet den Voglar von anderen Sauvignons?

Höhenlage auf 350 bis 600 Metern, Kalk- und Dolomitböden, späte Lese und Ausbau im Akazienfass: weniger vordergründige grüne Frucht, dafür Mineralität, Textur, Struktur und Reifepotenzial.

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