Winzerchampagner: Eine Verkostung von 2013 – und wie Kiemberger ins Spiel kam

Manchmal schließt sich ein Kreis erst Jahre später. An einem Freitag im August 2013 traf sich in Nürnberg zum ersten Mal eine Runde von Weinenthusiasten, die sich „DrunkenFranken“ nannte. Auf dem Tisch: sechs Winzerchampagner in zwei Durchgängen. Ich war einer der drei Autoren, die diese Verkostung damals für den Weinblog DrunkenMonday aufgeschrieben haben – gemeinsam mit Nicola Naumann, die heute mit Champagne Characters ihre eigene Leidenschaft für Winzerchampagner zum Beruf gemacht hat, und Thomas Plackner.

Warum ich diese Verkostung heute wieder hervorhole? Wegen des Nachtischs. Aber dazu später.

Was Winzerchampagner besonders macht

Die großen Champagner-Häuser kaufen Trauben von hunderten Erzeugern und verschneiden sie zu einem Geschmacksbild, das jedes Jahr möglichst gleich schmecken soll. Winzerchampagner funktioniert genau andersherum: Ein Betrieb bewirtschaftet seine eigenen Parzellen, keltert selbst und füllt selbst ab. Das Ergebnis schmeckt nach Lage und Jahrgang – und damit jedes Jahr ein wenig anders.

Die Häuser, die wir damals im Glas hatten, waren durchweg winzig: Bérèche et Fils und Janisson-Baradon mit je rund neun Hektar, Eric Rodez mit sechs, Marie-Noël Ledru mit gerade einmal zwei Hektar. Zum Vergleich: Ein großes Haus verarbeitet die Ernte von tausenden Hektar.

Unser Fazit von damals gilt bis heute: „Champagner ist kein abgehobenes Getränk für Snobs!“ Schon für rund 25 bis 30 Euro fanden wir Basisqualitäten, die echte Freude bereiten – vorausgesetzt, man sucht bei den kleinen Erzeugern statt bei den bekannten Etiketten.

Die beiden Originalberichte

Wer die vollständigen Verkostungsnotizen lesen möchte – mit allen sechs Champagnern, technischen Details und dem Vergleich zwischen Champagner- und Weingläsern – findet sie im Original auf DrunkenMonday:

Und dann kam der Nachtisch

Zur Aprikosentarte am Ende des Abends stand ein unetikettierter Süßwein auf dem Tisch – blind zu verkosten. Dunkle Farbe, Aromen von Aprikose und Rosine, dicht und fast marmeladig, ohne plump süß zu sein. Die Runde rätselte über die Rebsorten: Gewürztraminer? Rosenmuskateller? Einig war man sich nur, dass es mehrere sein mussten.

Die Auflösung kam einen Tag später vom Winzer: eine Cuvée aus Chardonnay, Sauvignon Blanc und Müller-Thurgau, die Trauben im Stadl getrocknet, ausgebaut im kleinen 225-Liter-Fass. Vom Weingut Kiemberger in Terlan, geführt von Norbert Kofler.

Damals war das ein schöner Zufallsfund am Ende eines Champagner-Abends. Heute gehören die Weine von Kiemberger zum festen Sortiment von FNWNS – vom mineralischen Terlaner „Kalk & Keller“ über die weiße Cuvée „Weisses Handwerk“ bis zum Blauburgunder „Himmelstor“.

Warum diese Geschichte hierher gehört

Der rote Faden von 2013 bis heute ist derselbe: kleine Betriebe, die alles selbst machen – vom Weinberg über den Keller bis zur Flasche. In der Champagne heißt das Winzerchampagner, in Südtirol sind es die selbstvermarktenden Familienbetriebe, die wir führen. Das Prinzip ist identisch: Charakter statt Gleichförmigkeit, Handschrift statt Marke.

Wer diesen Ansatz beim Schaumwein probieren möchte, findet in unserer Kollektion Aperitivo & Schaumwein italienische Vertreter derselben Philosophie – und wer tiefer in die Champagne eintauchen will, ist bei Champagne Characters bestens aufgehoben.

Häufige Fragen

Was ist Winzerchampagner?

Champagner von einem Betrieb, der seine Trauben selbst anbaut, keltert und abfüllt – im Gegensatz zu großen Häusern, die Trauben zukaufen. Erkennbar am Kürzel „RM“ (récoltant-manipulant) auf dem Etikett.

Ist Winzerchampagner teurer?

Nein, im Gegenteil: Gute Basisqualitäten kleiner Erzeuger beginnen oft dort, wo bekannte Marken erst anfangen – weil kein Marketingbudget mitfinanziert wird.

Welches Glas eignet sich für Champagner?

Bei unserer Verkostung wirkte der Duft aus größeren Weingläsern intensiver, während Perlage und Geschmack aus schlanken Champagnergläsern von vielen besser beurteilt wurden. Ein Kompromiss: ein schlankes, aber nicht zu enges Glas.

Führt FNWNS Champagner?

Nein – unser Schwerpunkt liegt auf kleinen Südtiroler Winzern. Dieselbe Philosophie in italienischer Form finden Sie in unserer Kollektion Aperitivo & Schaumwein.

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